Nach oben
Zur Verstärkung unseres Teams sind wir auf der Suche nach Grundschul-Lehrer/Innen

Bewegung als Unterrichtskonzept ...

...bedeutet für uns eine ganzheitliche Entwicklung mit allen Sinnen.

Bewegung soll weniger als Fach (z.B. im Sportunterricht), sondern als übergreifendes Medium der Entwicklungsförderung gesehen werden. Bewegung soll so in die tägliche Routine integriert werden, dass Lernen und Erfahren durch Bewegung und Sinneswahrnehmung Normalität ist.

Die Schule und ihre Konzeption muss sich an den Bedürfnissen und Lebenssituationen der Kinder orientieren. Bewegung kann hier einerseits als Mittel gesehen werden die Umgebung und die Realität zu erfahren, andererseits ist sie der unmittelbare Ausdruck kindlicher Lebensfreude, die es gerade in der Schule zu fördern gilt.

Wir sehen Bewegung als Grundstein jeglicher Erfahrung, d.h. jede Auseinandersetzung mit der Umwelt, jegliche Form von Lernen, der Aufbau des Selbstbewusstseins, die soziale Entwicklung, aber auch eine für jedes Kind individuelle, optimale psycho-physische Gesundheit, basieren auf Bewegung.

Obwohl in der heutigen Zeit die Kinder so viele Spielsachen besitzen wie noch zu keiner anderen Zeit, "verarmen" sie andererseits im Bereich der Bewegung und der Sinneswahrnehmungen. Die Gelegenheiten und Möglichkeiten die Umwelt über Bewegung und Sinne wahrzunehmen werden immer weniger, dies ist nicht zuletzt auf die Veränderung in der ökologischen und sozialen Umwelt der Kinder zurückzuführen.


Charakteristisch für die heutige Kindheit ist:
  1. Der Rückgang der Straßenspielkultur und die zunehmende Verhäuslichung des Kinderspiels (vgl. Zinnecker 1979);
  2. der Verlust natürlicher Spiel- und Bewegungsgelegenheiten und der Ersatz durch künstlich geschaffene Plätze zum Spielen, die von Kindern oft nicht selbstständig erreicht werden können und wo zudem das Spielen ohne Aufsicht von Erwachsenen kaum möglich ist;
  3. die Ausgliederung der Bewegungsspiele aus dem Kinderalltag in den institutionellen, organisierten Sport;
  4. die Verinselung kindlicher Lebensräume, indem Kinder von einem Freizeitangebot zum anderen, zu entfernten Freunden, zu Schwimmbädern und Musikschulen chauffiert werden. Zwischen diesen "Inseln" besteht kein Zusammenhang, Kinder erleben ihren Alltag nicht als selbstbestimmten Freiraum und als zusammenhängende Zeiteinheit, sondern als zerstückeltes Termingeschäft, das sich in z.T. völlig verschiedenen Welten abspielt (vgl. Zeiher 1989);
  5. die Entdeckung der Kinder als Zielgruppe für die Konsumgüterindustrie, die selbst vor der Pädagogisierung des Spielzeugs nicht Halt macht;
  6. die Monofunktionalität des Spielmaterials, das meist nur für bestimmte Zwecke vorgesehen ist und den Kindern nur wenig Raum lässt für Veränderungen;
  7. die Zunahme des Medienkonsums und die damit einhergehende Verdrängung vieler für die Entwicklung des Kindes wichtiger Aktivitäten (Nach R. Zimmer, "Handbuch der Bewegungserziehung").

An Hand dieser Erkenntnisse ist es einleuchtend, dass vielen Kinder die Möglichkeiten des Entdeckens, Experimentierens und Ausprobierens fehlen, sie entdecken die Welt "aus zweiter Hand". Die Wahrnehmung ist häufig auf den visuellen und auditiven Bereich beschränkt; so wichtige Erfahrungen wie fühlen, schmecken, riechen, be-greifen, er-fassen, usw. sind häufig eingeschränkt oder fehlen gänzlich.
Gerade dieser Mangel oder Verlust an körperlichen und sinnlichen Erfahrungen, die eingeschränkten Möglichkeiten sich über Bewegung die Umwelt aktiv zu erobern, trägt viel dazu bei, dass sich Kinder nicht optimal entwickeln können, und zwar körperlich, psychisch, individuell und sozial (Versuch nach Kükelhaus: ...das völlige Ausschalten von Sinnesreizen und weit gehende Ruhelosigkeit führte innerhalb von 15 Minuten zu schwerwiegenden körperlichen Schäden und hätte bei Weiterführung des Experiments zum Tod der Probanden geführt...).
Nach R. Zimmer hat Bewegung vielfältige Funktionen für die Entwicklung von Kindern, die gerade in der Montessori-Pädagogik besondere Beachtung findet.
Wenn man die Auswirkungen mangelnder Bewegung bedenkt, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass die Montessori-Schule die Bedürfnisse der Kinder erfüllt.

Wir planen eine Schule, die Bewegung und sinnliche Erfahrungen in den Mittelpunkt stellt. Nur so ist unserer Meinung nach die Möglichkeit gegeben, dass sich jedes einzelne Kind optimal entwickelt und auch jedes Kind die Chance hat, für sich die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.


Grundlagen unserer Konzeption:
  • Die Montessori-Pädagogik
  • Bewegung als Unterrichtsprinzip:
    • Bewegtes Lernen
    • Bewegtes Sitzen
    • Angepasstes Schulmobiliar
    • Schulzimmergestaltung
    • Mentale Entspannung
    • Entlastungsbewegungen
    • Bewegte Pausengestaltung
    • Wahrnehmungsbezogener Sport

Bewegtes Lernen

Bewegung stellt einen integralen Bestandteil einer ganzheitlichen kindlichen Entwicklung dar und sollte in den pädagogischen Institutionen im Rahmen aller Angebote berücksichtigt werden. Dies resultiert aus der Tatsache, dass bei einer normalen Entwicklung der Kinder alle Bereiche (Kognition, Motorik, Sensorik, Emotionen, Sozialverhalten) miteinander in Wechselwirkung stehen. So sind z.B. im Kleinkindalter Kognition und Motorik noch nicht getrennt. Jegliche Erkenntnis in diesem Alter erfolgt durch Handlung und Bewegung.
Denken vollzieht sich zunächst in Form aktiven Handelns; über die praktische Bewältigung von Problemen gelangt das Kind zu deren theoretischer Beherrschung. Die Handlungen werden so verinnerlicht, dass die Abstraktion von der konkreten Tätigkeit möglich ist, die Ergebnisse der Handlungen antizipiert werden können und somit intelligentes Verhalten entstehen kann.
Auch wenn die Kinder älter werden, ist für sie Bewegung und sinnliche Wahrnehmung immer noch die Grundlage jeglichen Lernens. Ein Kind erhält z.B. erst durch das Zurücklegen bestimmter Wegstrecken eine Vorstellung von Entfernungen und Geschwindigkeiten.
Der enge Zusammenhang von Motorik und Kognition selbst im Grundschulalter konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden (vgl. R. Zimmer, "Handbuch der Bewegungserziehung"): Kinder, die an Bewegungsförderungsprogrammen teilnahmen, erzielten auch in Intelligenztests bessere Ergebnisse.
Bewegungsförderung ist zudem die langfristige Grundlage für Gesundheit. Viele Kinder bewegen sich heute zu wenig, so dass das Zusammenspiel von verschiedenen entwicklungsrelevanten Faktoren nicht gegeben ist. Das Resultat sind Haltungsschwächen und -schäden, Übergewicht, muskuläre Schwächen und Koordinations-probleme, die häufig als Unfallursache bei Kindern angesehen werden.


Bewegtes Sitzen und angepasstes Mobiliar

Das Ziel ist, den Schülern einen selbstbestimmten Wechsel von Lern- und Arbeitshaltungen zu ermöglichen, ihnen Alternativen zum Sitzen anzubieten sowie bewusste Entlastungsübungen mit ihnen durchzuführen. Damit soll die Sensibilität für die Bedürfnisse des eigenen Körpers angeregt werden, da gerade bei Kindern und Jugendlichen in den entscheidenden Wachstumsphasen jede unphysiologische Belastung zu körperlichen Fehlhaltungen führen kann.
Des Weiteren ist es äußerst wichtig, das Schulmobiliar dem biologischen Alter der Schüler anzupassen. Dies beinhaltet eine individuelle Anpassung, da es in dieser Altersstufe zu sehr großen Differenzen bezüglich der Körpergröße kommen kann.
Zudem müssen evtl. auch unterschiedliche Proportionen bedacht werden. Hier ist die individuelle Einstellbarkeit der Stuhl- und Tischhöhe, der Neigung der Schreibplatte und der Sitzfläche zu fordern. Zudem sollen andere Sitzmöglichkeiten (z.B. Pezzi-Ball, Knie-Stuhl) zur Verfügung stehen.


Schul- und Schulzimmergestaltung

Klassenraum und Schule wirken lernfördernd, wenn die Art ihrer Gestaltung, z.B. Architektur, Einrichtung der Klasse sowie didaktisch-methodische Maßnahmen die sinnliche Wahrnehmung auf allen Sinnesebenen anregt und für körperliche Betätigung und Körpererleben Aufforderungscharakter hat.
Unsere Schule soll deswegen so gestaltet sein, dass Kinder sinnliche und soziale Erfahrungen machen können, dass die Schule nicht nur als Lernraum gesehen wird, sondern vielmehr als ein den ganzen Menschen betreffender Lebensraum, als Erfahrungsraum für Schülerinnen und Schüler.


Entlastungsbewegungen

Unser Organismus unterliegt einem ständigen Wechsel von Aktivität und Ruhe. Dieses natürliche Gesetz des menschlichen Lebens gilt es auch in der Schule sinnvoll anzuwenden. Deshalb werden regelmäßige, kurze Entlastungspausen nach rhythmischen Prinzipien eingeplant. Das gesunde Kind meldet solche Bedürfnisse in Form motorischer Unruhe wie z.B. dem Kippeln mit dem Stuhl. Hier ist das Ziel, diese Signale zu erkennen und entsprechend zu handeln.


Bewegte Pausengestaltung

Darunter versteht man die bewegungsaktive Nutzung von Hausfluren, Hallen und Pausenplätzen. Diese Räume müssen auch so gestaltet sein, dass sie schon per se zum Bewegen auffordern. Als Beispiele sind hier Kletterwände, Balancier- und Schaukelgeräte, Jongliermaterial, Wahrnehmungsparcours, Erlebnisgärten, einTrampolin oder Rutschen zu nennen. Angestrebt wird die Zusammenarbeit von Schülern, Lehrern und Eltern, die gemeinsam Projekte auf dem Schulhof planen, ausarbeiten und verwirklichen sollen.
Pausenhöfe und Hausflure sollen dadurch vermehrt als Erfahrungs-, Bewegungs- und Begegnungsräume genutzt werden.


Wahrnehmungsbezogener Sport

Der Organismus lebt von der Bewegung. Was nicht genügend bewegt bzw. belastet wird, verkümmert oder baut sich ab. So braucht der heranwachsende Körper, aber auch Geist und Psyche, regelmäßig wiederkehrende Bewegungsreize, um lebenstüchtig zu bleiben. Im schulischen Sportunterricht sollten deshalb nicht nur Fähigkeiten und Fertigkeiten für bestimmte Sportarten ausgebildet werden. Das Anliegen unseres Sportunterrichts muss es sein, grundlegende Erfahrungen im Umgang mit Anderen, mit uns selbst und mit verschiedensten Geräten zu vermitteln. Dabei kommt es vor allem darauf an, die Freude und die Lust am "Sich-Bewegen" hervorzuheben und Erfolgserlebnisse zu vermitteln, um positiv auf das Selbstkonzept und die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder Einfluss zu nehmen. Zu vermeiden ist deshalb beispielsweise eine starke Leistungsbezogenheit und Ausscheidungsspiele, da schwache Schüler ausgegrenzt werden und etwaige Schwächen im motorischen Bereich eher verstärkt werden.


Schulprojekte

Eine erfolgreiche Schule lebt von intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen. Wenn Schulbehörden, Schulleitende, Lehrer- und Schülerschaft unter Einbezug der Eltern gemeinsam das Schulleben gestalten, miteinander Projekte planen und realisieren, dann bleibt die Schule in Bewegung, wird aus dem Lernraum auch ein Lebensraum, in dem sich jeder Einzelne verwirklicht sehen kann.


Welche Auswirkungen erwarten wir uns für die Kinder?
  • Motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten verbessern sich
  • Die Kinder sind geschickter und gewandter, haben mehr Erfolgserlebnisse
  • Die Kinder gewinnen Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein
  • Die Kinder bauen ein realistisches, aber leistungszuversichtliches Selbstbild auf
  • Die Kinder lernen sich in der altersgemischten Gruppe gegenseitig zu helfen, zu unterstützen, zu akzeptieren aber auch sich durchzusetzen
  • Die Kinder entwickeln soziale Grundqualifikationen (soziale Sensibilität, Regelverständnis, Kontakt- und Kooperationsverständnis, Frustrationstoleranz, Toleranz und Rücksichtnahme)
  • Entwicklung kognitiver Fähigkeiten (Erleben von Ursache und Wirkung, Erkennen von Zusammenhängen, Förderung der Eigenaktivität usw.)
  • Bewusstwerden von gesundheitsförderndem Verhalten, Zusammenhang zwischen Bewegung und Leistung, Bewegung und Wohlbefinden, Bewegung und Steigerung der Intelligenzleistung
  • Einsetzen aller Sinne und Lernen mit allen Sinnen